Hintergrund und Projektziele

Hintergrund

Das Engagement von Helferinnen und Helfern stellt sowohl in Deutschland als auch in Indien einen unverzichtbaren Bestandteil der Vorsorge und der Bewältigung von Katastrophen dar. Beide Länder stehen jedoch vor großen Herausforderungen. In Deutschland verändern sich die Bedingungen des ehrenamtlich getragenen Katastrophenschutzes: Während die Bereitschaft der Bevölkerung zum spontanen oder zeitlich begrenzten freiwilligen Engagement zunimmt, binden sich immer weniger Freiwillige langfristig an eine bestimmte Hilfsorganisation. Zugleich steigen die Anforderungen an freiwillige Helferinnen und Helfer, da die Zahl der Menschen, die in einer Katastrophenlage umfangreiche Betreuung benötigen, zunimmt und die Bedarfe vielfältiger werden. Zudem fehlt detailliertes Wissen über diese Bedarfe, ihre Verteilung sowie Kapazitäten innerhalb der Bevölkerung. So wird es beispielsweise für den Betreuungsdienst im Katastrophenschutz immer schwieriger, den Bedarfen einer heterogenen Bevölkerung in länger andauernden und großflächigen Lagen gerecht zu werden. In Indien sehen sich die überwiegend hauptamtlich organisierten Katastrophenschutzorganisationen dagegen insbesondere durch ein stetiges Bevölkerungswachstum und gleichzeitiger Veränderung der Risiko- und Gefahrenlage mit großen Herausforderungen konfrontiert. In Indien ist freiwilliges Engagement in diesem Bereich kaum institutionalisiert, es fehlen zielgruppenspezifische Konzepte für die Ausbildung und Einbindung freiwillig Engagierter. Daraus ergeben sich auch in Indien Notwendigkeiten, aber auch Möglichkeiten, neue und veränderte Organisationsformen im Bereich Katastrophenschutz zu untersuchen.

Ziele

Vor dem Hintergrund sich wandelnder sozialer, ökologischer und ökonomischer Rahmenbedingungen wird es notwendig sein, neue bedarfs- und zielgruppengerechte Formen für die Freiwilligenarbeit zu entwickeln und diese mit bestehenden Katastrophenschutzstrukturen zu verzahnen.

Ziele des Projektes sind daher:

  • Analyse und Bewertung von Vulnerabilität, Resilienz  für verschiedene Szenarien und Regionen
  • Identifikation von Voraussetzungen für ein freiwilliges Engagement im Katastrophenschutz
  • Konzepte zur Aus- und Fortbildungen, die an die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst sind
  • Initiierung kulturübergreifender Lernprozesse im Bereich der Katastrophenforschung, -vorsorge sowie des -managements